Ärzte der Fundación Visión
Die Gelegenheit, die mir von der Fundación Visión geboten wird, eine erstklassige akademische Ausbildung mit sozialer Ausrichtung zu erhalten, und mich dadurch an Gesundheitsdiensten unter den ärmsten Bevölkerungsschichten unseres Landes zu beteiligen, erfüllt mich mit Freude und Genugtuung. Sie hilft mir, nicht nur beruflich weiterzukommen, sondern auch persönlich zu wachsen.
Ich bin Mitglied des Assistentenstabs des ersten Lehrgangs der Fundación Visión. Ich bin sehr froh und zufrieden, denn vom ersten Tag an habe ich mich wie zu Hause gefühlt, vor auch dank der Gelegenheit, die mir hier geboten wird, mich weiterzubilden und den Menschen zur Verfügung zu stehen, die einer Hilfe am meisten bedürften.
Die Tatsache, Mitglied der Familie Fundación Visión zu sein, erfüllt mich heute mit großer Freude und auch mit dem Bewusstsein einer großen Verantwortung, denn die Fundación gewinnt seit ihrer Gründung von Jahr zu Jahr immer mehr an internationalem Ansehen. Ich bin mir sicher, dass ich hier Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben und mit anderen teilen kann, die für meine berufliche und persönliche Entwicklung von großem Nutzen sein werden. Alles Gelernte will ich unbedingt in meinem geliebten Land einsetzen.
Es ist für mich eine große Freude zu wissen, dass ich das so heiß ersehnte Ziel erreichen werde, ein Augenarzt zu sein. Als Facharzt wird mir hier eine großartige Gelegenheit geboten, und ich hoffe, dass ich den Erwartungen gerecht werden kann, die von dem Projekt in uns alle gesetzt werden, die wir heute unsere Ausbildung beginnen. Unser erstes Ziel soll das Wohlergehen unseres Volkes sein, für das wir als Fachleute auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu sorgen haben. Gleichzeitig wünsche ich unseren Studiengenossen, die eine Ausbildungsstufe bereits abgeschlossen haben, Glück und Erfolg.
Es ist mir einfach unmöglich, meine Erfahrungen in diesen 1.126 Tagen in Worten zusammenzufassen. Ich würde wenigstens 5 Zeitschriften brauchen, um auch nur einen kleinen Teil von dem zu erzählen, was ich erlebt habe. Ich habe viel gelernt, ich bin beruflich vorangekommen und persönlich gereift. Ich habe Gelegenheit gehabt, eine verloren gegangene Seite meines Ichs kennen zu lernen. Damit meine ich den Dienst an der Gemeinschaft, an den Ärmsten der Armen, denjenigen, die an der Gleichgültigkeit der Menschen oder des Staates zerbrochen sind, die an den verschiedensten Krankheiten leiden, ohne dass sich jemand um sie kümmert, die fast keine Hoffnung haben. Nie zuvor in meinem Leben habe ich etwas so überaus Großes und Tiefes empfunden: minderbemittelte Patienten zu betreuen, Blinde, die schon fast keine Hoffnung hatten, zu operieren und zu sehen, wie sie sich erholen und ihr Sehvermögen wiedererlangen, das waren Erlebnisse, die ich nie vergessen werde. Ich habe es immer gewusst, dass Gott etwas Besonderes für mich vorgesehen hat. Dieses Besondere bestand darin, zur Familie Fundación Visión zu gehören. Ich nenne sie Familie, denn ich habe mehr Stunden mit meinen „Herzens“-Verwandten verbracht, als mit meinen Blutsverwandten. Ich habe gelacht und habe andere zum Lachen gebracht, ich habe andere weinen sehen und habe selbst geweint, ich habe geschwitzt und habe mit anderen geschwitzt. Ich wäre nie allein soweit gekommen. Viele Menschen haben mir selbstlos geholfen, den schweren Pfad eines Assistenzarztes (Residenzarztes) zu gehen. Ich habe einige Zeit gebraucht, um zu entdecken, wie man zur Fundación kommt… Es war an einem Tag im Januar 2004. Ich war gerade aus Brasilien zurückgekommen. Wo ich versucht hatte, eine Stelle als Assistenzarzt zu bekommen. Das Gesetz für die Ausübung der Medizin durch Ausländer war geändert worden, hatte sich verschärft. Ich wat enttäuscht, war frustriert und wusste nicht, wohin ich mich wenden sollte, als Frau Maleli de Villarejo in meinem Leben erschien und mir von einer Fundación (Stiftung) erzählte, die sich hinter dem Baptisten-Krankenhaus befand. Eines Tages schleppte sie mich fast mit Gewalt dorthin, damit ich mir dort Informationen einholen konnte. Ich reichte meinen Lebenslauf ein, legte Prüfungen ab und hatte entsprechende Interviews. Nach dem letzten, an einem Mittwoch im Februar, kam ich nach Hause und sagte auf die Frage meiner Mutter, wie alles gegangen hätte: Ich glaube nicht, dass sie mich rufen. (Wir waren fast 20 Bewerber für eine einzige Stelle, und alle hatten eine gute Vorbildung mit sehr guten Durchschnittsnoten). Und da erhielt ich die inhaltsschweren Anrufe, die mein Leben verändern sollten. Der erste kam von Dr. Lansingh. Ich konnte es nicht glauben, es war ein unglaublicher Traum, ich verlor den Boden unter den Füßen, ich schwebe noch immer in den Wolken. ICH DANKE GOTT, ich danke meiner Familie, besonders meinem Vater, ich danke der Familie Visión und insbesondere Zulma Diaz, danke Freunde, danke Patienten, danke, Frau Maleli und ein Dankeschön allen, die an dieser Werdegang beteiligt waren.
VIELEN DANK ALLEN, ICH WERDE EUCH SEHR VERMISSEN.
Zusammenzufassen, was diese drei Jahre für mich als Assistenzarzt gewesen sind, ist keine leichte Aufgabe, aber vielleicht könnte ein Wort widerspiegeln, was sie in meinem Leben bedeutet haben: eine Herausforderung! Eine solche Studienzeit bringt viele Veränderungen mit sich, die für den funkelnagelneuen Arzt eine Art Abenteuer bedeutet, bei dem es darum geht, ein neues Ziel zu erreichen. Ich bin zusammen mit meinem Studienfreund (Dr. José Daniel Cardozo) in dieses Abenteuer eingestiegen, mit einem Rucksack voll guten Willens, zu lernen und mich beruflich im Dienst an meinen Mitmenschen weiterzubilden und zu entwickeln. Die ersten Schritte riefen unterschiedliche Gefühle in mir hervor: die Faszination, eine neue Welt der Augenheilkinde kennen zu lernen, und der Eifer, alles zu lernen, was da geboten wurde, schlug öfters (und hier werden mich sicherlich meine Studienfreunde verstehen) in die Furcht um, auf eine Frage keine Antwort zu wissen, oder der Schande, von einem Professor korrigiert zu werden. Aber schließlich mündete alles in mehr Einsatzbereitschaft und Anstrengung und letzten Endes in die Sicherheit, die wir berauchen. Heute können wir uns mit einem gewissen Stolz als Augenärzte bezeichnen, nicht nur auf Grund unserer Kenntnisse, die wir uns in den Stunden unserer Studiums erworben haben, sondern auch auf Grund der Dienstbereitschaft und dem Bestreben, das Beste von dem einzusetzen, was wir in dieser Zeit erworben haben. Diese drei Jahre sind ein ständiges Wachstum gewesen, wir bekamen immer mehr Kraft, Tausende von Herausforderungen zu bewältigen, mit denen wir täglich im Sprechzimmer, im Operationssaal, auf den Fahrten und in den Hörsälen konfrontiert wurden…Wachsen ist wunderbar, und wir hatten das Glück, dies in Begleitung wunderbarer Menschen zu tun! Ich werde allen, die uns eine hilfreiche Hand reichten, für immer dankbar sein, und auch jedem Einzelnen, der es uns ermöglicht hat, mit Ihnen zu lernen.
